Es gibt zwei Varianten von Energiepässen, die sich deutlich in ihrer
Aussagekraft,
aber auch in ihren Kosten unterscheiden:
Beim verbrauchsorientierten Ausweis wird
lediglich der Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre zugrunde gelegt.
Bei großen Häusern mit vielen Wohnungen gleichen sich die Verbrauchsunterschiede
einzelner Bewohner aus, sodass auch die am tatsächlichen Verbrauch orientierte
Variante des Energiepasses akzeptable Ergebnisse liefert.
Allerdings gelten
die Angaben immer für das komplette Haus. Der tatsächliche Verbrauch einer Wohnung
kann deshalb von den Angaben im Energiepass abweichen - zum Beispiel, wenn der
Vornutzer sehr sparsam oder sehr verschwenderisch geheizt hat. Auch benötigt
eine Wohnung an einer Außenecke eines Mehrfamilienhauses mehr Energie als die
mitten im Haus liegenden.
Der bedarfsorientierte bzw. verbrauchsorientierte Pass ist neutraler,
weil er anhand technischer Daten ermittelt wird.
Er geht vom baulichen Zustand des Hauses und der Haustechnik aus und erlaubt einen guten
Vergleich zwischen verschiedenen Gebäuden, unabhängig vom Verhalten der Bewohner.
Hier werden die Angaben zu Dämmstandard und Heiztechnik
über ein Computerprogramm berechnet.
Das Ergebnis weist sowohl die Endenergie, also
den tatsächlichen Verbrauch, als auch den Primärenergiebedarf aus.
Dieser zweite Wert
bezieht auch die Energie mit ein, die für Herstellung, Transport und Lagerung des
Brennstoffs notwendig ist, und ist damit eine wichtige Kennzahl für die ökologische
Qualität des Hauses.
Ein Beispiel: Ein Altbau verbraucht pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr 28 Liter Heizöl.
Ein Liter Heizöl entspricht - ebenso wie ein Kubikmeter Erdgas - rund 10 Kilowattstunden
Energie. Im Energiepass steht als Endenergieverbrauch 280 Kilowattstunden pro Quadratmeter
Wohnfläche und Jahr (abgekürzt 280 kWh/m²a). Der Primärenergieverbrauch ist meistens höher
als dieser Wert - es sei denn, es kommen erneuerbare Energieträger wie Holz, Solarenergie
oder Umweltwärme dazu.
Eine Tabelle ordnet die Werte verschiedenen Energiestandards zu - von grün für
extrem sparsam bis dunkelrot für sehr verschwenderisch. In einer zweiten Skala lässt
sich ablesen, wie viel Energie verschiedene Gebäudetypen verbrauchen. Ein Passivhaus
benötigt zum Beispiel nur 15 kWh/m²a.